Tandem Paris-Berlin: Sport
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Jugend- und Fachkräfteaustausch im Rahmen des Festivals "Discover Football" vom 25.06. bis 05.07 2011 in Berlin
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Städten Paris und Berlin organisierten das Centre Francais de Berlin, das PIJ (Point d’information jeunesse) in Aubervilliers sowie die Cie Resonnance in Paris einen Volunteeraustausch anlässlich des Festivals „Discover Football“ in Berlin. Dieser Austausch wurde vom DFJW und dem Senat Berlin mitfinanziert und konnte dank der Unterstützung der Mairie de Paris und der Sportjugend Berlin verwirklicht werden. Sechs junge Erwachsene aus Paris und sechs aus Aubervilliers sowie zwei Begleitpersonen trafen bei dieser Veranstaltung die deutschen Volunteers, die Veranstalter und die verschiedenen Mannschaften. Eine Videokamera war dabei ständiger Begleiter und diente dazu, den Projektverlauf zu dokumentieren.
„Discover Football“ ist ein in sozialen und kulturellen Fragen engagiertes Festival, welches im Rahmen der Frauenfußball-Weltmeisterschaft organisiert wurde und Teil des offiziellen Kulturprogramms des deutschen Fußballbundes e.V. war. Das Festival bestand aus einem einwöchigen internationalen Frauenfußballturnier, das in eine interkulturelle Begegnungswoche für Frauen, Fußball und Kultur eingebunden war. Acht Frauenfußballmannschaften, die in ihren jeweiligen Ländern großes soziales Engagement zeigen und dabei auf vielerlei Widerstand stoßen, traten gegeneinander an: Afghanistan, Indien, Israel, Brasilien, Ruanda, Togo, Kamerun und Frankreich. Eine neunte Mannschaft kam aus Deutschland. Parallel zu den Spielen gab es ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Konzerten, Diskussionen, Workshops und sportlichen Aktivitäten, die jedem Teilnehmenden offen standen.
Die Gruppe der französischen ehrenamtlichen Helfer kam am Samstagmorgen (25. Juni). Nach Klärung aller organisatorischer Einzelheiten wurde der Nachmittag für einen Entdeckungsspaziergang durch Kreuzberg genutzt. In diesem Bezirk liegt auch das Stadion, in dem das Turnier stattfand. Dort trafen sie dann auch die Verantwortlichen des Turniers und besichtigten den Einsatzort.
Am folgenden Tag (26. Juni) versammelten sich um 11 Uhr alle am Festival Teilnehmenden zu einem Brunch, um sich besser kennenzulernen. Dies war für die deutschen und französischen Volunteers die Gelegenheit, erstmals Kontakt aufzunehmen.
Besonders gut hat die Kontaktaufnahme jedoch mit den Mannschaften aus Indien und Israel funktioniert. Erste Aufnahmen und Interviews wurden an diesem Tag ebenfalls gedreht. Im Anschluss fuhr die Gruppe nach Prenzlauerberg zum wöchentlichen Flohmarkt am Mauerpark. Aus Zeitmangel konnte die East Side Gallery an diesem Tag leider nicht mehr besucht werden, denn es mussten Plätze für die Übertragung des Eröffnungsspiels gefunden werden. Schließlich fand sich die Gruppe in einer Veranstaltungshalle in Kreuzberg vor einer Großleinwand zusammen, um live das erste Spiel der Weltmeisterschaft zu verfolgen.
Am Montag den 27. wurde durch Theo Zwanziger, Vorsitzender des deutschen Fußballbundes, das Festival „Discover Football“ offiziell für eröffnet erklärt. Zu dieser Gelegenheit gab es eine große Eröffnungsfeier. Einige der französischen Volunteers hatten schon an diesem Nachmittag Einsatzzeiten, andere nutzten die freie Zeit für eine Stadterkundung. Parallel zur ehrenamtlichen Arbeit wurde auch ein reichhaltiges Sport- und Kulturprogramm angeboten. Darunter fielen beispielsweise ein Rap-Workshop am Dienstag (28. Juni) oder ein Graffiti-Workshop am 29. Juni. Ein Angebot, das auf viel Begeisterung stieß, war das Zuschauerturnier vom 29. Juni bis zum 3. Juli, welches für alle, die daran teilnehmen wollten, offen stand. Andere Workshops waren ein Breakdance-Kurs am 30. Juni, ein Beatbox-Workshop am 1. Juli und ein offenes Zirkus-Atelier am 2. und 3. Juli. Filmprojektionen, Diskussionen und die Übertragung aller WM-Spiele auf Großleinwand, ergänzten das ohnehin reichhaltige kulturelle Angebot.
Am Montag den 4. Juli begab sich die Gruppe ins Olympiastadion und traf dort auf andere Jugendliche, die in verschiedenen Bildungseinrichtungen ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten; dabei ergab sich auch die Gelegenheit zum Besuch verschiedener sozialer Einrichtungen. Aufgrund ähnlich gelagerter Interessen der Jugendlichen entwickelte sich ein lebhafter Erfahrungsaustausch.
Leider stellte sich heraus, dass die Kommunikation zwischen den deutschen und den französischen ehrenamtlichen Helfern komplizierter war als erwartet, was vor allem daran lag, dass die von Seiten der Organisation angekündigten deutsch-französischen Tandems während der Arbeitszeiten nicht durchgehend realisiert werden konnten. Es stellte sich ebenfalls heraus, dass eine gedeihliche Kooperation und Kommunikation zwischen dem Veranstalter und den ehrenamtlichen Mitarbeitern nur schwerlich zustande kam. Dennoch waren die Jugendlichen durch ihre Offenheit und Begeisterungsfähigkeit selbst sehr gut in der Lage, auf die übrigen Teilnehmenden zuzugehen und somit eine deutsch-französische sowie auch internationale Begegnung zu ermöglichen.
Das Projekt war insgesamt sehr bereichernd für den größten Teil der Teilnehmer. Ein wichtiger Aspekt war die Begegnung mit den Fußballteams und insbesondere mit denen aus Lyon und Israel. Zahlreiche Interviews mit den verschiedenen Mitwirkenden und andere intensive Erfahrungen geben Anlass zu der Hoffnung, dass dieser Austausch in guter Erinnerung bleiben und zu einem guten filmischen Resultat führen wird. Ein weiterer positiver Aspekt war die gute Stimmung innerhalb der Gruppe.
Den Jugendlichen wurde die Möglichkeit gegeben, ein ihnen fremdes Land und fremde Kulturen zu entdecken, sich in einer internationalen Atmosphäre des Festivals zu bewegen und sich für soziale Fragen zu interessieren; hier ist besonders die Frage der Anerkennung von Frauenrechten in der Welt hervorzuheben. Zudem erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die Organisation einer solchen sportlichen und kulturellen Veranstaltung; sie erhielten auch vielfach die Gelegenheit, ihre sprachlichen Fähigkeiten (sowohl Deutsch als auch Englisch) zu erweitern und somit ihre interkulturellen Kompetenzen zu verbessern.
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